THEATER UND GESELLSCHAFT

Zwei Szenische Lesungen zum Thema “Arbeit und Ökonomie”

Donnerstag, 18. Januar 2018
20.00 Uhr im ETI in der Rungestraße 20 in Berlin-Mitte.
Der Eintritt ist frei.

Zum 4. Mal eröffnet das Europäische Theaterinstitut die öffentlichen Aufführungen seines Winter-Trimesters mit den im Fach „Theater und Gesellschaft“ erarbeiteten Szenischen Lesungen post-dramatischer Texte zum Thema „Arbeit und Ökonomie“.

Im 4. Trimester besteht die übergreifende Gruppenaufgabe in der selbstständigen Erarbeitung einer Szenischen Lesung auf Basis aktueller, postdramatischer Theatertexte. Das schließt die Erstellung eines Konzeptes mit Strichfassung ebenso mit ein wie die szenisch gelesene Umsetzung des Textes.

Dass die Ökonomie großen Einfluss auf unser Leben hat, ist nicht unbekannt, wobei wir uns selten über das Ausmaß der Beeinflussung wirklich bewusst werden. Das Wachstum-Postulat generiert strategisches und rationales Verhalten und erfordert größtmögliche Effizienz sowie die Maximier-ung von Nutzfunktionen. Selbstoptimierung wird zum Perpetuum Mobile des Homo oeconomicus, und betrifft nicht nur seine individuelle Zielorientierung, sondern auch seine persönlichen und intimen Beziehungen.

Er muss aufpassen, der Homo oeconomicus, denn trotz aller Rationalität und trotz allen Effizienz-strebens ist seine Verdrängung aus dem Arbeitsleben durch die Robotisierung nicht allzuferne Zukunft – und was ist dann, wie wird er sich (neu) definieren (können)?

Seit Ende 90er Jahren beschäftigen sich jungen Dramatiker und Theaterschaffende wieder verstärkt mit den Auswirkungen ökonomischer Kreisläufe und Arbeitsverhältnisse auf den modernen Menschen: Sie entwickelten eine neue Sprache, Struktur und Dramaturgie in ihren Theatertexten, um die Folgen einer durchökonomisierten Gesellschaft für das Theater transparent zu machen.

Die Verwirtschaftlichung aller Lebensbereiche – in denen das Indivuum zur Ware wird, Individualisierung ein Wettbewerbsvorteil ist, und private Beziehungen zu Handelsobjekten werden – hat eine Bewusstseinveränderung zur Folge, die auch Figuren, Körper und Sprache auf der Bühne verändern (müssen).

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1. SZENISCHE LESUNG zum Thema ARBEIT/ÖKONOMIE
Johanna Graen, Nathalie Heiß, Kalle Ketelsen, Emily Meier, Pia Noll, Maria Schulz, Luciano Vogt

2. SZENISCHE LESUNG zum Thema ARBEIT/ÖKONOMIE
Philipp Braak, Sarah El-Issa, Darja Gudyrenko, Marie Rautenberg, Adele Schlichter, Kateryna Shatsyllo, Geza Steinert

Szenische Einrichtungen und Lesungen: Klassen 2a und 2b.
Dozentin: Anne-Sylvie König

Jede Szenische Lesung dauert 50 Minuten.