WARUM “EUROPÄISCH”?

Von Anne-Sylvie König, Dozentin für Theatergeschichte / Dramaturgie am ETI

 

… weil unsere DozentenInnen nicht nur aus Deutschland, sondern aktuell aus Tschechien, Polen,
Frankreich, Russland und Australien kommen, und aus all diesen Ländern Traditionen, Theatermethoden und -ästhetiken mitbringen.

… weil wir mit europäischen Schauspielschulen Kooperationsprojekte realisieren – wie mit Montpellier
und Barcelona in den letzten Jahren – und weiter im Austausch mit europäischen Schauspielschulen
sind.

… weil wir ausländischen SchauspielstudentenInnen nicht nur die Möglichkeit geben, im deutschsprachigen
Raum Schauspiel zu studieren, sondern genau dies fördern – und damit nicht nur unsere
DozentenInnen international sind, sondern auch unsere SchauspielstudentenInnen und AbsolventenInnen.

… weil eben diese ausländischen AbsolventenInnen nicht nur in Deutschland arbeiten können,
sondern mit ihren bei uns gemachten Ausbildungserfahrungen und mit der staatlichen Anerkennung
ihres Abschlusses in ihren Heimatländern in die Kultur- und Theaterarbeit einsteigen – und das
nach wie vor und aktuell sehr erfolgreich realisiert wird.

… weil wir schon zu unserer Gründung 1997 der Ansicht waren, dass das Theater interkulturelle
Kommunikation und Vielfalt braucht, und hierfür die Sprachorientierung des Schauspielberufes für
uns nicht Hindernis, sondern Herausforderung und Chance ist. (Denn Theater ist eine über Sprache
hinausgehende Kunstform, die ihre Magie ebenso mit Bewegung und Rhythmus, mit Zeichensystemen,
mit Musik und Gesang sowie mit differenzierter Körpersprache entfaltet.)

… weil nicht nur der Ursprung des europäischen Theaters in Griechenland liegt, sondern es im
Laufe seiner Entwicklung aus ganz Europa stets und immerzu Einflüsse aufgenommen hat und von
diesen bereichert worden ist – unter Einwirkungen des asiatisch-orientalischen Raumes und Ausstrahlungen
bis nach Nord- und Südamerika. Wir verknüpfen mit der europäischen und internationalen
Ausrichtung des Theaters also Zukunftsorientierung mit Theatertradition und Geschichte.

…weil das Theater und der Schauspielberuf sich stets im Wandel befinden, und ein modernes, zeitgenössisches Theater ohne europäischen und internationalen Kontext nicht mehr zu denken ist: Mit
unserer Akzentsetzung des europäischen Gedankens und internationalen Austauschs begegnen wir
neugierig und reflektierend Globalisierung sowie digitaler Kommunikation und Vernetzung – und
spiegeln diese in unserer praktischen und theoretische Ausbildungsarbeit.